Fallstudie: massgeschneiderte Entwicklung. Ein Haus der Haute Joaillerie wollte, dass seine Schaufenster auf die Menschen reagieren, die davor stehen bleiben, und zwar ohne sichtbares Tablet, ohne aufdringlichen Bildschirm und ohne jemanden zu filmen. Die Antwort: neun Boutiquen mit je einem Bildschirm hinter einem Spionspiegel, der auf ein eigenes Video umschaltet, sobald sich jemand nähert.
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Das Wichtigste in Kürze
- Neun Boutiquen ausgestattet, ein Bildschirm pro Schaufenster: ein einheitliches Netz, zentral gesteuert
- Open-Frame-Panels hinter Spionspiegeln: im Ruhezustand ein Spiegel, eingeschaltet ein Bildschirm
- Panels mit hoher Helligkeit, 1’000–1’500 Nits: Nur so bleibt das Bild bei Tageslicht durch die Scheibe lesbar
- Massgeschneiderte Android-App in jedem Bildschirm
- Präsenzerkennung über Silhouetten-Analyse: keine blosse Bewegungserkennung
- Kein Foto, kein Video: Der Kamerastream wird lokal ausgewertet, nichts wird gespeichert, nichts übertragen
- Standardmässig läuft ein Bildschirmschoner in Endlosschleife; das Video wechselt, sobald sich jemand nähert
- Zentrales CMS: Inhalte, Abspieldauer und Planung pro Bildschirm aus der Ferne einstellbar
- Panels, Rahmen, Verkabelung, Kamerainstallation und Konfiguration: alles von HYPERVISUAL
Die Aufgabe: Schaufenster, die unauffällig reagieren
In der Haute Joaillerie ist die Schaufenstergestaltung ein Handwerk. Bildschirme sind dort ein heikles Mittel: Zu sichtbar zerstören sie die Atmosphäre, zu dezent bringen sie nichts. Das Haus suchte eine Lösung, die im richtigen Moment Aufmerksamkeit weckt, nämlich wenn sich jemand nähert, und die übrige Zeit unsichtbar bleibt.
Eine zweite Anforderung war im Verkaufsraum nicht verhandelbar: keine Bildaufnahme. Die Installation musste auf menschliche Präsenz reagieren, ohne jemals jemanden zu filmen oder zu fotografieren.
Die Lösung: der Bildschirm hinter dem Spiegel

Open-Frame-Panels hinter Spionspiegeln
HYPERVISUAL lieferte Open-Frame-Panels (professionelle Bildschirme ohne Gehäuse, für den Einbau bestimmt), eingesetzt hinter Spionspiegeln in massgefertigten Holzrahmen. Bei ausgeschaltetem Bildschirm bleibt der Spiegel ein Spiegel und reflektiert die Boutique. Sobald Inhalt läuft, tritt das Bild durch die Verspiegelung, und der Spiegel wird zum Bildschirm.
Ein technischer Punkt entscheidet hier alles: die Helligkeit. Ein Consumer-Panel wäre an einem hellen Tag hinter der Schaufensterscheibe ausgewaschen. Diese Panels erreichen 1’000 bis 1’500 Nits, ein Mehrfaches eines üblichen Bildschirms: Nur so bleibt das Bild vom Trottoir aus lesbar.


Eine massgeschneiderte Android-App in jedem Bildschirm
Jede Einheit verfügt über einen eigenen Android-Player und eine eigene Kamera. Wir haben eine massgeschneiderte Anwendung entwickelt, die den Bildschirm lokal steuert: Sie spielt den Bildschirmschoner in Endlosschleife ab, wertet den Kamerastream aus und entscheidet selbst, wann das Video wechselt.
Silhouetten-Erkennung ohne Bildaufnahme
Die Auslösung beruht nicht auf einfacher Bewegungserkennung: Eine Spiegelung oder ein Lichtwechsel würde genügen, um sie zu täuschen. Die App erkennt eine menschliche Silhouette vor dem Bildschirm. Und ein Punkt sei unmissverständlich gesagt: Die Kamera macht weder Fotos noch Videos. Der Stream wird lokal ausgewertet, um eine einzige binäre Frage zu beantworten (Ist jemand da?), und danach sofort verworfen. Nichts wird aufgezeichnet, nichts verlässt den Bildschirm, niemand wird identifiziert.
Genau diese Konstruktion hält die Installation regulatorisch einfach. Silhouetten-Erkennung ist keine biometrische Identifikation: Das System erkennt keine Gesichter, vergleicht niemanden mit einer Datenbank und zieht keine Rückschlüsse auf Emotionen, eine Kategorie, die die KI-Verordnung der EU mit besonderer Vorsicht behandelt. Mit Blick auf das Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) und die DSGVO gilt: Die Installation zeichnet kein Bild auf, überträgt nichts und identifiziert niemanden. Die Regel, die wir in jedem Projekt anwenden: Inhalte werden von einer Präsenz ausgelöst, nie auf eine Person ausgerichtet. Dasselbe Prinzip, lokale Analyse ohne gespeichertes Bild, liegt auch dem Projekt zugrunde, das unsere Fallstudie zu einem Netzwerk aus zehn Pop-up-Stores beschreibt.
Wie die Installation auf Passanten reagiert
Das Prinzip passt in einen Satz: Solange niemand da ist, zeigt der Bildschirm einen Bildschirmschoner, ein Video in Endlosschleife; sobald sich jemand dem Schaufenster nähert, wechselt das Video automatisch auf einen eigenen Inhalt; geht die Person weiter, übernimmt wieder der Bildschirmschoner. Interaktivität ohne Taste, ohne Touchscreen und ohne Anleitung: Sich nähern genügt.
Im Inneren des Rahmens

Jeder Rahmen wurde vor der Installation zusammengebaut: Befestigungsschienen, Panel, Android-Player mit WLAN-Antenne, Erkennungskamera auf Winkelhalterung, Netzteil und Anschlüsse, alles in einen filzausgekleideten Holzrahmen integriert, mit einem einzigen Kabel zur Steckdose des Schaufensters. Von der Strasse aus ist nichts davon zu sehen ausser dem Spiegel.
Ein zentrales CMS für das ganze Netz
Jede Anwendung ist an ein CMS angebunden, welches das ganze Netz (neun Bildschirme in neun Boutiquen) über eine einzige Oberfläche steuert: eigene Videos pro Bildschirm, Abspieldauer, Wechselverhalten, Planung. Alles ist aus der Ferne konfigurierbar, ohne Eingriff vor Ort: Das Team kann eine Kampagne für ein einzelnes Schaufenster oder für das ganze Netz gleichzeitig ändern.
Leistung aus einer Hand
In diesem Projekt hat HYPERVISUAL alles übernommen: Lieferung der Open-Frame-Panels, Entwicklung der Android-App, Verkabelung, Installation und Ausrichtung der Kameras, Konfiguration des CMS und Inbetriebnahme. Ein Dienstleister, ein Ansprechpartner: das Prinzip, das wir bei jeder massgeschneiderten Entwicklung anwenden.
Was dieses Projekt zeigt
Drei Überzeugungen. Erstens braucht Interaktivität keinen Touchscreen: Präsenz genügt. Zweitens kann eine intelligente Installation Menschen konsequent respektieren: erkennen, ohne zu identifizieren, und reagieren, ohne aufzuzeichnen. Drittens lässt sich ein solches Projekt nicht ab Katalog kaufen: Das Ergebnis entsteht aus dem Zusammenspiel von Hardware, massgeschneiderter Software und physischer Integration.




