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Smart City Digital Signage:
der Schweizer Leitfaden

BrancheneinblickeVeröffentlicht am Von HYPERVISUAL

Schweizer Städte gehören zu den fortschrittlichsten Smart Cities der Welt, und Digital Signage ist einer der sichtbarsten Teile ihrer öffentlichen Kommunikation. Dieser Leitfaden zeigt, wie Schweizer Gemeinden Bildschirme für Echtzeitinformationen, Notfallwarnungen und Verkehrsleitung einsetzen, welche IoT-Netze sie speisen, nach welchem Modell die Sendezeit zwischen Werbung und öffentlichen Inhalten aufgeteilt wird und was vor einer Investition zu prüfen ist.

Auf dieser Seite

Das Wichtigste in Kürze

  • Im IMD Smart City Index 2026 belegt Zürich weltweit den 1. Platz, vor Genf (3.) und Lausanne (7.)
  • Der Swiss Smart City Survey 2024 (ZHAW) zählt 403 Smart-City-Projekte in den 124 befragten Städten und Gemeinden, verteilt auf sechs Dimensionen
  • Laut Grand View Research (Ausgabe Juni 2026) soll der weltweite Digital-Signage-Markt bis 2033 auf 58,4 Milliarden USD wachsen, bei einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 8,2 % von 2026 bis 2033
  • In Olten und Solothurn behalten die Städte ein Drittel der Sendezeit der neuen digitalen Strassenbildschirme für öffentliche Inhalte; der Rest wird für Werbung genutzt

Die Schweiz als Smart-City-Vorreiterin in Europa

Der IMD Smart City Index 2026, im März 2026 veröffentlicht und mit 148 bewerteten Städten, führt drei Schweizer Städte unter den zehn besten der Welt: Zürich auf Platz eins, Genf auf Platz drei und Lausanne auf Platz sieben. Zürich und Genf halten ihre Plätze von 2025, Lausanne steigt vom zehnten auf den siebten Platz auf.

Der Swiss Smart City Survey 2024, im August 2025 von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) veröffentlicht, zählt 403 Smart-City-Projekte, die von den 124 befragten Städten und Gemeinden gemeldet wurden, in sechs Dimensionen: Governance, Umwelt, Mobilität, Menschen, Wohnen und Wirtschaft. Digital Signage ist in mehreren dieser Dimensionen ein sichtbarer Berührungspunkt: Es dient der Echtzeitkommunikation mit der Bevölkerung und datengestützten öffentlichen Dienstleistungen.

Digital-Signage-Anwendungen in Schweizer Städten

Echtzeit-Informationssysteme

Schweizer Städte setzen Digital-Signage-Netzwerke ein, um Bewohnern und Besuchern kontextbezogene, standortspezifische Informationen zu liefern. Verbunden mit IoT-Sensoren und kommunalen Datenbanken können diese Bildschirme Echtzeitangaben zu den Abfahrten des öffentlichen Verkehrs, zu freien Parkplätzen, zu Luftqualitätsindizes und zu lokalen Veranstaltungen zeigen.

Notfallkommunikation

Die digitalen Strassenbildschirme, die im November 2025 in Olten und Solothurn installiert wurden, zeigen, wie Schweizer Gemeinden die Notfallkommunikation in Digital Signage integrieren können. Die 32 Bildschirme, installiert von einem Aussenwerbeunternehmen, verfügen über eine Notfallfunktion: In einer Krise können die Behörden alle Bildschirme gleichzeitig übernehmen, um die Bevölkerung zu warnen.

In Olten wünschte sich die Stadt ihre neuen Bildschirme in einem speziellen Farbton, damit sie sich in ihre Umgebung einfügen: ein Zeichen dafür, welchen Wert Schweizer Gemeinden neben den funktionalen Anforderungen auf die ästhetische Integration legen.

Verkehrsmanagement und Wegleitung

Dynamische Verkehrs- und Parkleitsysteme sind in Schweizer Städten eine bewährte Smart-City-Anwendung. LED-Tafeln, die mit Verkehrssensoren verbunden sind, zeigen in Echtzeit die Verkehrslage und freie Parkplätze, um Staus zu verringern und die städtische Mobilität zu verbessern.

Die Verknüpfung von Digital Signage mit Mobilitätsdaten erleichtert zudem Autofahrern, Radfahrern und Fussgängern die Orientierung in komplexen städtischen Umgebungen.

Technologische Grundlagen: LoRaWAN und IoT-Integration

Viele Schweizer Smart-City-Initiativen nutzen LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) als grundlegende Infrastruktur für IoT-Anwendungen. In Zürich betreibt ewz, das Elektrizitätswerk der Stadt, ein flächendeckendes LoRa-Netz, das für Sensoranwendungen wie intelligentes Parkieren genutzt wird.

Das Projekt «Smartnet» der St.Galler Stadtwerke hat in seiner Pilotphase gezeigt, dass LoRa-Technologie eine zuverlässige, kostengünstige und sichere Konnektivität für Smart-City-Anwendungen bietet.

Das Zusammenspiel von Sensornetzen, Datenanalyse und Bildschirmtechnologie eröffnet Möglichkeiten für eine kontextbezogene öffentliche Kommunikation. Bildschirme können ihre Inhalte automatisch an Wetter, Menschenandrang, Luftqualitätswarnungen oder Verkehrsstörungen anpassen und so relevante Informationen genau dann und dort liefern, wo die Bevölkerung sie braucht.

Der Business Case für kommunales Digital Signage

Laut Grand View Research (Ausgabe Juni 2026) wurde der weltweite Digital-Signage-Markt 2025 auf 31,1 Milliarden USD beziffert; bis 2033 soll er 58,4 Milliarden USD erreichen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 8,2 % von 2026 bis 2033 entspricht. Für eine Gemeinde können Strassenbildschirme einen doppelten Nutzen haben: Sie tragen Werbung und bieten einen Kanal für die öffentliche Kommunikation.

Die in Olten und Solothurn installierten Bildschirme zeigen diesen doppelten Nutzen: Die Städte behalten ein Drittel der Sendezeit für nicht-kommerzielle Inhalte wie kulturelle Veranstaltungen, politische Informationen und amtliche Mitteilungen, der Rest wird für Werbung genutzt.

Die beiden Städte verfügen so über einen ständigen Kanal für Notfallwarnungen, Informationen der Behörden und lokale Nachrichten.

Strategie Digitale Schweiz: politischer Rahmen

Der Bundesrat aktualisiert seine Strategie Digitale Schweiz jedes Jahr. Die im Dezember 2024 verabschiedete Ausgabe 2025 legte drei Fokusthemen fest: künstliche Intelligenz, Informationssicherheit und Cybersicherheit sowie Open Source. Für Smart-City-Digital-Signage bedeuten diese Prioritäten KI-gestützte Inhaltsoptimierung, sichere Netzwerkinfrastrukturen und interoperable kommunale Systeme.

Die am 12. Dezember 2025 verabschiedete Ausgabe 2026 nennt drei andere Fokusthemen: digitale Souveränität und Krisenresilienz der Bundesverwaltung, die Rolle der Schweiz als digitaler Gaststaat und die Einführung der E-ID. Für Digital-Signage-Projekte bedeutet die Strategie insgesamt: Schwerpunkt auf Datenschutz, bewährte Praktiken der Cybersicherheit und Einbindung in die digitalen Ökosysteme der Gemeinden. Für eine Gemeinde gehören zur Resilienz auch Bildschirme, die die Bevölkerung in einer Krise informieren können, wie in Olten und Solothurn.

Aus unseren Projekten: Publikum messen, ohne Menschen zu überwachen

Kommunale Bildschirme stellen eine Frage, die der private Handel aufschieben kann: Woran erkennt man, dass ein öffentlicher Informationsbildschirm überhaupt jemanden erreicht, ohne eine Strasse in eine Überwachungszone zu verwandeln? Unsere Antwort ist architektonisch. Bei den Juwelier-Schaufenstern, die in unserer Fallstudie zur Präsenzerkennung dokumentiert sind, wird der Kamerastream auf dem Gerät ausgewertet, um eine einzige binäre Frage zu beantworten (Ist jemand da?), und danach sofort verworfen. Nichts aufgezeichnet, nichts übermittelt, niemand identifiziert.

Dasselbe Prinzip lässt sich auf die Publikumsmessung übertragen. In einer Konzeptstudie für eine internationale Marke mit temporären Verkaufsflächen wurde die anonyme Publikumserkennung mit vollständiger Verarbeitung am Edge, auf dem Player, spezifiziert: kein Bild gespeichert oder übermittelt, nur aggregierte Zähler, keine Gesichtserkennung und keine Emotionserkennung. Für eine Gemeinde ist das der erste Prüfpunkt: Die Installation zeichnet kein Bild auf und identifiziert niemanden.

Worauf Schweizer Gemeinden bei der Umsetzung achten sollten

Gemeinden, die eine Investition in Digital Signage prüfen, sollten mehrere Faktoren berücksichtigen, die für den Schweizer Kontext typisch sind:

Mehrsprachigkeit: Die vier Landessprachen der Schweiz erfordern Content-Management-Systeme, die Informationen je nach Region auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch ausspielen können.

Ästhetische Integration: Schweizer Gemeinden legen grossen Wert auf visuelle Harmonie mit historischen und natürlichen Umgebungen. Auf den Standort abgestimmte Hardware, etwa der spezielle Farbton, den Olten für seine Bildschirme gewählt hat, sorgt dafür, dass die digitale Infrastruktur das Stadtbild aufwertet statt beeinträchtigt.

Klimaresilienz: Das Schweizer Wetter, von alpiner Kälte bis zu sommerlicher Hitze, erfordert Bildschirme, die für den Betrieb bei extremen Temperaturen ausgelegt sind, und eine an wechselndes Tageslicht angepasste Helligkeit, zwei Kriterien, die bei jedem Outdoor-LED-Bildschirm zu prüfen sind.

Barrierefreiheit: Öffentliche Informationen müssen auch Menschen mit Seh-, Hör- oder kognitiven Beeinträchtigungen erreichen, etwa durch Audiodurchsagen, kontrastreiche Bildschirme und eine vereinfachte Darstellung.

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